Es war eine der umstrittensten Entscheidungen im Weltfußball, als FIFA-Präsident Sepp Blatter zuletzt verkündete, dass die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2022 in Katar stattfinden würde. Katar war auf der Fußballlandkarte bis dahin ein vollkommen unbeschriebenes Blatt und entsprechend groß waren die Diskussionen darüber, wie wirtschaftlich sinnvoll es neben den klimatischen Problemen sein würde, WM-Arenen in der Wüste zu errichten, die danach völlig ungenutzt bleiben. Schon recht schnell musste das Organisationsationskomitee im Wüstenstaat mit 1,5 Millionen Einwohnern eingestehen, dass man eine dauerhafte Nutzung der Stadien nicht garantieren könnte und daher plane, die Stadien in einem Baukasten-System zu errichten, um sie im Anschluss an die Titelkämpfe „umzuziehen“. Da das Al-Shamal Stadion, das Al-Khor Stadion, das Al-Gharafa Stadion, der Al-Wakrah Sports Complex und das Al-Rayyan Stadion zusätzlich neuartige High-Tech-Solar Arenen sind, passen sie perfekt auch in das Energiekonzept der jüngsten Atomausstiegsdiskussion. Schon jetzt wurde die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Katar für das Saarland zum Glücksfall.
Diese moderne WM-Arena wird in rund 11 Jahren in Blieskastel-Lautzkirchen ihren neuen Platz finden (Quelle: FIFA)
Die erste Versteigerung der Vorkausfrechte für die modernen Arenen lief nun Ende März aus und die Saarländische Landesregierung hat sich entschlossen, zusammen mit dem SC Blieskastel-Lautzkirchen das Vorkaufsrecht an einer der modernen Arenen zu ersteigern und damit endlich die lange klaffende Wunde der fehlenden Fußball-Arena im Saarland zu schließen. In den letzten Wochen gab es viele Diskussionen, wie und vor allem wann das Saarland mit einer einem neuen Stadion ausgestattet werden soll und nun ging alles ganz schnell, wie die Pressesprecherin des saarländischen Landtages Karla Klüngel am Donnerstagabend den Pressevertretern erklärte: "Das Saarland wird in ein neues Sportzeitalter starten! Eine Katar-WM-Arena wird neue Heimat für den Saar-Fußball!". Das hochmoderne Al-Shamal Stadion wird nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 für einen zweistelligen Millionenbetrag nach Blieskastel-Lautzkirchen in die Bliesaue hinter der Sportanlage an der Florianstraße umziehen.
Die neue Arena wird zum Einen vom heimischen SC Blieskastel-Lautzkirchen genutzt, soll aber auch Spielstätte der Profivereine aus Saarbrücken, Elversberg, Neunkirchen und Homburg werden, die sich entsprechend an den Unterhaltungskosten beteiligen sollen. Endlich bekommt das Saarland also seine neue Fußball-Arena! Es ist der Sensations-Coup des Jahres, wird doch die neue Heimat des Saar-Fußballs in den Bliesauen in Blieskastel entstehen. „Endlich können wir kompensieren, dass wir eigentlich viel zu klein gebaut haben“, erklärte der Kassenwart des SC Blieskastel-Lautzkirchen Alfons Ruffing den Medienvertretern im Blieskastler Sportheim am gestrigen Abend. Die Vermarktung der VIP-Logen in der hochmodernen Arena wird ebenfalls über den SC Blieskastel-Lautzkirchen abgewickelt und als Blieskastler Unternehmen sicherte sich die Dachdeckerei Klein als symbolischen Akt gleich zwei solcher Logen, eine davon wird aber nur zehn Personen fassen, die an einem großen runden Tisch Platz nehmen. Für die Bewirtung in der neuen Super-Arena wird das Cateringunternehmen „Alfons Gastro Service" gegründet werden, das sämtliche Wünsche der fast 40.000 Fußballfans erfüllen wird.
In der Bliesaue hier unterhalb der SC-Sportanlage wird die Arena ihren neun Platz finden
Auch die Stadt Blieskastel zeigte sich kooperativ und stellte das Gelände in der Bliesaue hinter der SC-Sportanlage als Baugebiet zur Verfügung, Parkflächen werden im Zuge der Verkehrsneureglung in der Florianstraße in einem Parkhaus entstehen. Die neue Arena soll aber nicht nur für sportliche Belange genutzt werden und so werden auch Großereignisse wie der SCB-Bimsball in der Multifunktionsarena stattfinden. Damit ist das Stadtgebiet um eine Attraktion reicher. Als Namensvorschläge für die neue Arena steht derzeit „Biosphären-Arena Saar“ zur Debatte, ein Gewinnspiel in der Bevölkerung soll aber den endgültigen Namen in den nächsten Monaten festlegen. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg, zunächst gilt es, einige Vorarbeiten zu erledigen: SCler Stefan Groh wird die Freifläche bereits jetzt von Gras befreien, Karl-Heinz Fuhrmann wird sie mit einem Rüttler begradigen, Lothar Matthäus hat sich bereits als Greenkeeper für das neue Stadion angetragen. Der Weg zur neuen Arena ist also bereitet, nun muss jeder anpacken, um das große Projekt, dessen Startschuss erfolgen wird, in die Realität umzusetzen. "Endlich kommt der FCS nach Blieskastel-Lautzkirchen", freute sich der neue Stadionsprecher der Super-Arena und FCS-Fan Sebastian Kiefer über die überraschende Entwicklung in der saarländischen Stadionfrage.