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DFB-Konzeptpapier zum Trainingsbetrieb    [Ändern]

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VERFASST VON Marc Schaber, 8. Mai 2020

Die Corona-Situation in Deutschland entspannt sich immer mehr und während Individualsportarten und Nicht-Kontaktsportarten wie Tennis schon nach und nach in den Trainingsbetrieb zurückkehren konnten, macht man sich nun auch für einen Neustart im Fußball bereit. Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat dazu vor wenigen Stunden ein Konzeptpapier veröffentlicht:

Um das Infektionsrisiko mit COVID-19 weitgehend reduzieren zu können, sollen die Amateursportler – wie auch die Profis vor einigen Wochen – zunächst im Kleingruppentraining zurück auf die Plätze starten. Es gilt auch weiterhin, dabei mindestens einen Abstand von 1,5 Metern, besser noch von 2 Metern und mehr, zu anderen zu halten. Das geht im Kontaktsport Fußball nicht? Es muss! Und deshalb sind direkte Kontakte wie Zweikämpfe zunächst auch noch ausgeschlossen. Auf das so geliebte freie Spiel wird man noch eine Weile verzichten müssen. Doch das Gute überwiegt: Wenigstens ist sportliche Betätigung überhaupt wieder an der frischen Luft möglich. Und man sieht auch mal die Gleichgesinnten wieder. Bereits in der vergangenen Woche, also schon vor der eigentlichen Verkündung der Öffnung durch die Bundesregierung, haben die Sportfachverbände in enger Abstimmung mit dem DOSB zusammengesessen und geeignete Konzepte erarbeitet. Neben den bereits erwähnten Abstandsregeln sollen die Spieler umgezogen erscheinen und möglichst auf direktem Wege auf den Platz gehen. Umkleidekabinen bleiben geschlossen! Auf dem Sportplatz können Trainer und Spieler unter Einhaltung der Abstandsregeln erste fußballspezifische Inhalte erarbeiten. Wie bereits erwähnt, muss das eigentliche Spiel noch pausieren. Aber dies schafft Raum für Trainingsinhalte, die ansonsten im Trainingsalltag häufig zu kurz kommen. Mit einem umfassenden Servicepaket (siehe auch alle weiteren Beiträge im neugeschaffenen Corona-Portal auf Training & Service) wollen wir euch umfassend auf dem Weg in die neue Normalität begleiten.

Fußballtechnische Aufgabenstellungen sollen die ersten spezifischen Schritte auf dem Platz sein, um nach der langen Pause zurück in Gewohntes zu finden. Diese können im Rundlaufbetrieb oder aber auch in altbekannten Organisationsformen gestellt werden. Zwar sind solche in den letzten Monaten bei den vornehmlich spielerisch orientierten Ansätzen im Training ein wenig ins Hintertreffen geraten, sie machen aber durchaus auch weiterhin Sinn, da mit keiner anderen Methodik derart viele Wiederholungen von Bewegungen ermöglicht werden können. Vor allem für das Techniktraining ist eine hohe Wiederholungszahl nach wie vor das Qualitätsmerkmal Nummer eins. So lassen sich hier also auch im Kleingruppentraining unter Wahrung des Abstandsgebots große Verbesserungen im Detail erreichen. Nach dem Eigentraining verschiedener vornehmlich zuhause ist dies nun also der nächste Bereich, der intensiv geschult werden kann.
Die Gruppen, die im Training zusammenkommen, werden noch klein gehalten, damit nicht zu viele Personen aus fremden Haushalten zusammenkommen. Die DFB-Stützpunkte starten mit je einem Trainer und vier Spielern in den Trainingsbetrieb. Dies soll zunächst auch bundesweit die Realität in allen Vereinen sein. Die Zeit für umfangreichere Gemeinschaftstreffs – und auch die so beliebten gemeinsamen Kaltgetränke nach dem Training – ist einfach noch nicht reif. Und so sollen die Spieler nach dem Training auch sofort ins Auto steigen und wieder nach Hause fahren. Duschen funktioniert in diesen Zeiten leider nur dort.
Auch sind Zuschauer beim Training eigentlich nicht gestattet. Eine Ausnahme bilden hier nur Kindermannschaften, deren Mitglieder nicht in der Lage sind, den Trainingsbetrieb selbstständig zu absolvieren und auch die gebotenen Hygieneregeln einzuhalten. Das Bringen und Holen von Kindern und Jugendlichen zum Training soll jeweils nur bis zum bzw. vom Sportgelände erfolgen.

Diese und auch alle weiteren Einschränkungen und Regularien sind Teil eines umfangreichen Konzeptpapiers, das die Sicherheit der vorgesehenen Schritte zurück in die gewohnten Abläufe im Fußball garantieren soll. Nachfolgend haben wir alle Inhalte des Konzeptes zusammengestellt:

1. Gesundheitszustand:
- Liegt eines der folgenden Symptome vor, sollte die Person dringend zuhause bleiben bzw. einen Arzt aufsuchen: Husten, Fieber (ab 38 Grad Celsius), Atemnot, sämtliche Erkältungssymptome
- Gleiches Vorgehen gilt, wenn Symptome bei anderen Personen im eigenen Haushalt vorliegen.
- Bei einem positiven Test auf das Coronavirus (COVID-19) im eigenen Haushalt muss die betreffende Person 14 Tage aus dem Trainingsbetrieb genommen werden.
- Ggf. Abgabe von gesundheitlichen Erklärungen/Bestätigungen zum aktuellen Gesundheitszustand

2. Minimierung der Risiken in allen Bereichen:
- Nutzung des gesunden Menschenverstandes
- Hat man bzgl. eines Trainings oder einer Übung ein ungutes Gefühl und/oder ist sich über möglichen Risiken nicht im Klaren, sollte darauf verzichtet werden.
- Risikogruppen-Zugehörigkeit der teilnehmenden Personen klären
- Für Angehörige von Risikogruppen ist die Teilnahme am Training ebenfalls von hoher Bedeutung. Umso wichtiger ist es, das Risiko für diesen Personenkreis bestmöglich zu minimieren. In diesen Fällen ist nur geschütztes Individualtraining möglich.

3. Organisatorische Voraussetzungen:
- Es muss sichergestellt sein, dass der Trainingsbetrieb in der lokalen Kommune behördlich gestattet ist.
- Bei Organisation einer Aktivität im öffentlichen Raum (nicht auf der Sportanlage) muss dies mit der zuständigen Gemeinde/Behörde gesondert besprochen und geprüft werden.
- Benennung einer/s Ansprechpartner*in („Corona-Beauftragte*r") für sämtliche Fragen rund um die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes als Koordinator*in sämtlicher Anliegen und Fragestellungen
- Sicherstellung der direkten Verfügbarkeit von Erste-Hilfe-Materialien und eines automatisierten externen Defibrillators (AED)
- Unterweisung aller Trainer*innen und verantwortlichen Vereinsmitarbeiter*innen in die Vorgaben zum Trainingsbetrieb, die Maßnahmen des Vereins und des verantwortungsvollen Umgangs damit
- Bei Nutzung des Sportgeländes durch mehrere Vereine/Gruppen sollte frühzeitig eine gemeinsame Vereinbarung über den Umgang und das Verhalten auf dem Sportgelände getroffen werden.

4. Organisatorische Umsetzung:
Grundsätze
- Trainer*innen und Vereinsmitarbeiter*innen informieren die Trainingsgruppen über die geltenden allgemeinen Sicherheits- und Hygienevorschriften.
- Den Anweisungen der Organisation (Trainer*innen und Vereinsmitarbeiter*innen) bzgl. der Nutzung des Sportgeländes ist Folge zu leisten.
- Rechtzeitige Rücksprache/Information zur Teilnahme am Training ist einzufordern, um die Trainingsplanung anhand der Leitplanken zu ermöglichen.
- Gewissenhafte Dokumentation der Trainingsbeteiligung je Trainingseinheit.

Ankunft und Abfahrt
- In der Phase der Wiederaufnahme ist im Sinne des Gesundheitsschutzes auf die Bildung von Fahrgemeinschaften zum Training zu verzichten.
- Frühestens 10 Minuten vor Trainingsbeginn am Sportgelände sein.
- Alle Teilnehmer*innen kommen bereits umgezogen auf das Sportgelände oder müssen sich direkt am Platz umziehen.
- Verlassen des Sportgeländes direkt nach dem Training. Das Duschen erfolgt zuhause.

Auf dem Spielfeld
- Bildung von kleineren Gruppen beim Training, die im Optimalfall stets in der gleichen Zusammensetzung zusammenkommen.
- Wegen der sehr unterschiedlichen Situationen in den Bundesländern müssen die empfohlenen Gruppengrößen für das Kleingruppentraining mit den jeweiligen Landesverbänden regional abgestimmt werden.
- Dies gilt auch für die Abstimmung von Empfehlungen hinsichtlich der höchstmöglichen Gesamtzahl an Spielern im Training.

Auf dem Sportgelände
- Nutzung und Betreten des Sportgeländes ausschließlich, wenn ein eigenes Training geplant ist.
- Zuschauende Begleitpersonen sind beim Training nicht gestattet.
- Die gemeinsame Nutzung von Umkleiden und Duschen wird vorerst ausgesetzt.
- Der Zugang zu Toiletten und Waschbecken muss sichergestellt sein.
- Gastronomiebereiche, Gesellschafts- und Gemeinschaftsräume der Vereine bleiben geschlossen.

Besonderheiten für Kinder-/Jugendtraining
- Bringen und Holen von Kindern nur bis zum bzw. ab dem Sportgelände.
- Sofern Unterstützung für die Fußballaktivitäten und/oder Toiletteneinrichtungen erforderlich ist, darf ein Elternteil/Erziehungsberechtigter am Sportgelände anwesend sein. Für diese Person gelten ebenfalls die dort herrschenden organisatorischen Maßgaben.

5. Hygiene- und Distanzregeln:
- Händewaschen vor und direkt nach der Trainingseinheit!
- Keine körperlichen Begrüßungsrituale durchführen.
- Mitbringen eigener Getränkeflasche, die zu Hause gefüllt wurde.
- Vermeiden von Spucken und von Naseputzen auf dem Feld!
- Kein Abklatschen, in den Arm nehmen und gemeinsames Jubeln!
- Abstand von mindestens 1,5 bis 2 Metern bei Ansprachen und Trainingsübungen
- Vermeidung von Zweikampfübungen

6. Ergänzende Hinweise:
Ausschließliches Angebot von Freiluftaktivitäten!
- Alle Trainingsangebote werden als Freiluftaktivität durchgeführt, da das Infektionsrisiko durch den permanenten Luftaustausch verringert wird.
- Freiluftangebote erleichtern das Einhalten von Distanzregeln.
- Auch Spiel- und Trainingsformen des Futsals sollten zunächst ausschließlich im Freien durchgeführt werden.

Keine Durchführung von Vereinsveranstaltungen!
- Zur Einhaltung der Distanzregeln sollten weiterhin keine sozialen Veranstaltungen des Vereins stattfinden. Dies gilt sowohl für Festivitäten als auch für Versammlungen.
- Die Bundesregierung gestattet es Vereinen weiterhin, ihre Mitgliederversammlungen im Bedarfsfall auch digital durchzuführen.

7. Kommunikation:
- Kommunikation der Vorgaben/Regeln an alle Vereinsmitarbeiter*innen, Trainer*innen, aktiven Spieler*innen und Eltern
- Möglichkeiten schaffen, dass Trainer*innen, Spieler*innen und Mitglieder*innen regelmäßig Fragen stellen und diese beantwortet werden können.
- Empfohlen wird gerade zu Beginn der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs eine offene Runde (z. B. per Videokonferenz) zur Information und zum Austausch mit Vereinsmitgliedern*innen.
- Aushang der Vorgaben, Regeln und Hygienevorschriften am Eingang des Sportgeländes
- Rechtzeitige Rücksprache/Information zur Teilnahme am Training ist einzufordern, um die Trainingsplanung anhand der Leitplanken zu ermöglichen
.
8. Rechtliches:
- Die vorherigen Bestimmungen sind nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Eine Haftung bzw. Gewähr im Rechtssinne kann nicht übernommen werden. Es ist stets zu beachten, dass durch die zuständigen Behörden beziehungsweise Stellen, weitergehende oder abweichende Regelungen zum Infektionsschutz getroffen werden können. Prüfen Sie dies bitte regelmäßig!





 
Statistiken & Userkommentare:


Autor:
Marc Schaber, 8. Mai 2020

Aufrufe:
1038
Kommentare:
3

Kommentare:
Zu diesem Artikel sind folgende Kommentare verfügbar


 
Student (PID=10339)schrieb am 08.05.2020 um 12:53 Uhr
Welcher Amateurverein hat am Sportgelände einen automatisierten externen Defibrillator? Und was hat ein solcher mit Corona zu tun, dass er in diesem Konzept auftritt?
 
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Günter Pusse (PID=3774)schrieb am 09.05.2020 um 15:34 Uhr
Lieber Student, danke für den Kommentar, diese Forderung ist ein Witz hoch 10! Ich komme mir hier langsam verarscht vor!
 
 4  
 0

G.M (PID=378)schrieb am 09.05.2020 um 19:37 Uhr
Wenn man alle Vorgaben hier beachtet ist doch gar kein Trainingsbetrieb möglich. Sollen dann beim Shutdown bleiben,dann weiss man dass eben nichts geht. Was hier verlangt wird ist unmöglich einzuhalten. Geht doch schon los beim Duschen,oder dem Spieler fliegt eine Mücke in den Mund,husten verboten?
 
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