Die Sektkorken flogen, rund 300 Anhänger feierten lautstark, und auf dem Rasen begann die Mannschaft zu tanzen: Die U 21 der SV Elversberg hat sich am Sonntag in Friedrichsthal, wo sie ihre Heimspiele austrägt, die Meisterschaft in der Saarlandliga gesichert. Im Spitzenspiel setzte sich das Team von Trainer Martin Gries mit 2:0 gegen den bisherigen Tabellenzweiten des FSV Jägersburg durch und machte damit bereits am 28. von 34 Spieltagen den Titel perfekt. „Das haben sich die Jungs hart erarbeitet. Es wurde nie locker gelassen. Alle wollten sich Woche für Woche verbessern. Das hat man heute auch wieder gesehen“, sagte Gries, während seine Spieler mit Sekt- und Bierduschen feierten gegenüber der Saarbrücker Zeitung.
Die Zielsetzung war bei dem Verein schon vor der Saison klar und offensiv formuliert worden. Für die zweite Mannschaft wurde der Aufstieg in die Oberliga als Vorgabe ausgegeben, um den Abstand zur Zweitliga-Mannschaft weiter zu verkleinern. Dieses Ziel hatte noch der frühere Sportvorstand Ole Book formuliert, der inzwischen als Sportdirektor bei Borussia Dortmund tätig ist. „Die höhere Liga ist für die Entwicklung unserer jungen Spieler enorm wichtig. Wir schauen jetzt, wie wir in der Oberliga zurechtkommen, aber langfristig wollen wir die Regionalliga Südwest in Angriff nehmen“, sagt Francesco Notarrigo, der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der SV Elversberg. Sein Sohn Lionel Notarrigo zählt zu den zahlreichen Talenten in der Mannschaft der SV Elversberg II. Der 18-Jährige kommt in 24 Saisonspielen auf 13 Tore und sieben Vorlagen.
In Friedrichsthal eröffnete der offensive Mittelfeldspieler am Sonntag in der 19. Minute mit dem Treffer zum 1:0 die Meisterfeier. „Ich freue mich auf die Oberliga. Dort können wir uns gegen starke Gegner weiter verbessern“, sagt der 18-Jährige. Und er ergänzt: „Ich durfte bei unserer Zweitliga-Mannschaft schon ein paar Mal mittrainieren und wurde auch schon in einem Testspiel eingesetzt. Für unsere erste Mannschaft zu spielen, ist mein großes Ziel.“ Dass Lionel Notarrigo und viele weitere junge Elversberger, die altersmäßig noch in der A-Jugend spielen dürften, in der Oberliga weiterhin auf Einsatzzeiten kommen werden, ist praktisch gesetzt. Nach den DFB-Regularien dürfen bei U 21-Teams von Erst- und Zweitligisten nur drei Spieler über 23 Jahre gleichzeitig auf dem Platz stehen. „Das hat in dieser Saison sehr gut geklappt. In der Oberliga wird diese Herausforderung größer, aber wir schaffen das“, sagt Trainer Gries. Manuel Feil, Kevin Koffi, Lukas Kohler, Frank Lehmann und Salif Cissé sind die erfahrenen Kräfte in der Meistermannschaft – und sie feierten am Sonntag nicht weniger ausgelassen als die jungen Spieler.
„Es hat die ganze Saison über richtig Spaß gemacht. Und in den 90 Minuten auf dem Platz spielt das Alter keine Rolle“, sagt Torhüter Frank Lehmann. Der 36-Jährige arbeitet zugleich als Torwarttrainer im Nachwuchsleistungszentrum und gehört als dritter Keeper auch zum Zweitliga-Kader. Lehmann bleibt der SV Elversberg II ebenso erhalten wie Co-Trainer Kevin Koffi und Kapitän Salif Cissé. Lukas Kohler wird seine Laufbahn hingegen beenden. Manuel Feil, der ebenfalls zum Zweitliga-Kader gehört, in dieser Saison dort aber noch ohne Einsatz blieb, wird den Verein in Richtung 3. Liga verlassen. Wohin es ihn genau zieht, steht noch nicht fest.
Feil sorgte am Sonntag in der 45. Minute mit dem 2:0 für den Endstand. Dass die SV Elversberg II das Top-Spiel nicht mit einem noch deutlicheren Ergebnis gewann, lag auch an Enrico Korb. Der Torhüter des FSV Jägersburg war in der zweiten Halbzeit der auffälligste Akteur auf dem Platz. „Wir haben heute zwar verloren, aber ich habe eine klare Leistungssteigerung meiner Mannschaft im Vergleich zu den letzten Wochen gesehen. Wir gratulieren der SVE und konzentrieren uns jetzt voll auf das Erreichen des zweiten Platzes“, sagte Jägersburgs Spielertrainer Christian Frank, dessen Mannschaft auf Rang drei hinter die U 21 des 1. FC Saarbrücken zurückgefallen ist. Sein Gegenüber Gries erklärte: „Wir geben den Jungs jetzt drei Tage frei – und dann geht es mit Vollgas weiter. Wir wollen von den letzten sechs Spielen so viele wie möglich gewinnen, und wir werden auch schon ein paar taktische Dinge einbauen, die wir in der kommenden Saison in der Oberliga brauchen.“ Nach der Partie überreichten Martin Thieser, der Spielleiter der Saarlandliga, und Josef Kreis, der Vorsitzende des Spielausschusses des Saarländischen Fußball-Verbandes, den Elversbergern außerdem die Meisterurkunde – und einen Ersatzpokal. Die eigentliche Meistertrophäe war nicht rechtzeitig fertig geworden.