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Bliestal-Stimmen zur Corona-Krise - Teil 2    [Ändern]

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VERFASST VON Marc Schaber, 29. Oktober 2020

Der Saarländische Fußballverband (SFV) hat entschieden, die Saison 2020/2021 vorerst aufgrund der Corona-Pandemie zu unterbrechen. Wir haben uns in diesem Kontext mit Spielern, Fans, Trainern und Funktionären aus dem Bliestal-Fußball unterhalten um die Einschätzungen der Situation abzubilden. Wir werden in mehreren Teilen ein möglichst breites Spektrum an Personen zu Wort kommen lassen. Dabei wird deutlich, dass es natürlich unterschiedliche Meinung zu dieser heiklen Thematik gibt.HINWEIS: Die Gespräche wurden von unserer Redaktion teilweise vor den Entscheidungen der Bundesregierung vom 28. Oktober 2020 geführt:


Torsten Kühnreich (Co-Trainer SG Blickweiler-Breitfurt):
"Aus meiner Sicht macht ein konsequenter Abbruch und ein generelles Verbot für Kontaktsport keinen Sinn. Es sollte weitergehen und genau dafür muss eine logische und nachvollziehbare Lösung mit sinnvollen Abläufe geschaffen werden."


Hans-Jürgen Priester (Vorstandschaft FV Biesingen):
"Bereits heute vor acht Tagen war absehbar, dass die Unterbrechung der Saison für nur zwei Wochen ein Wunschdenken war. Die steigenden Infektionszahlen lassen keine andere Entscheidung zu die Saison bis zumindestens Ende November zu unterbrechen. Aufgrund der letztjährigen milden Winter, wäre es für uns kein Problem - sofern auch der diesjährige Winter dies zulassen würde, von Dezember bis Februar durchzuspielen um die ausgefallenen Spiele nachzuholen. Aus wirtschaftlichen Gründen Geisterspiele durchzuführen oder mit begrenzter Zuschauerzahl zu spielen, halten wir aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen für nicht durchführbar. Wir hatten es beim Pokalspiel am 21. Oktober 2020 gegen den SV Hellas Bildstock selbst erlebt. Die Kosten die entstehen (Strom, Wasser, Trainergehalt, SR-Kosten) müssen bezahlt werden, aber ohne Einnahmen würden Geisterspiele wirtschaftlich zum Aus von vielen Vereinen führen."

Nachtrag vom 29. Oktober 2020: "Aufgrund der gestrigen Entscheidungen ist meine Stellungnahme bereits überholt, so dass frühestens im Januar gestartet werden könnte. Auch zeigt sich jetzt, dass man wie in Bayern die letzte Saison nicht hätte abbrechen dürfen, so hätte man jetzt nicht wieder das gleiche Problem wie im Frühjahr."



Patrick Gessner (Trainer FC Palatia Limbach):
"Mir geht es soweit gut, wobei, wenn ich auf die derzeitige Situation schaue wird mir etwas mulmig und mir ist es mental schon besser gegangen, möchte mich aber nicht beschweren. Verzeih mir, wenn ich etwas ausholen muss.
Vorab möchte ich betonen, dass es in der aktuellen Lage schwierig ist, seine ehrliche persönliche Meinung zu diesem Thema beizutragen ohne gleich von irgendeiner Seite zerrissen zu werden oder das sich jemand angegriffen oder falsch behandelt fühlt. Jeder sollte seine Meinung offen sagen dürfen. Ich möchte so ehrlich sein wie möglich, da mir die Situation mittlerweile wirklich an die Substanz geht. Ich denke damit stehe ich nicht alleine da. Diese Thematik ist so komplex, da wird man immer verschiedene Meinungen haben. Deshalb finde ich, man sollte den Mittelweg wählen und viele Debatten führen, auch wenn diese einmal etwas lauter oder konträr sind. Wir brauchen verschiedene Meinungen, nur dann kann man einen Weg finden der vielleicht annähernd für die meisten Menschen akzeptabel ist. Das verstehe ich auch unter einer funktionierenden Demokratie. Eine Partei, welche mit nur 30% der Wähler gewählt wird, wurde von 70% der Wähler nicht gewählt, wenn man dann noch die Nichtwähler dazu zählt, ist das Ergebnis in meinen Augen nicht überzeugend. Ich glaube der Grundansatz sollte sein, so viele Menschen wie möglich mitzunehmen, ihnen Mut zu machen, eine Perspektive zu geben und sie vor allem überzeugen.
Dieses Virus ist relativ gefährlich. Wir müssen vorsichtig sein, umsichtig damit umgehen, aber wir müssen mit diesem Virus leben. Es stellt uns - vor allem junge - Menschen mit all unserer eigentlichen grundsätzlichen Freiheit auf eine, wenn nicht die bislang größte (Zerreis-) Probe unseres Lebens. Aber, das Leben muss weitergehen. Wir müssen das Beste daraus machen.
Es betrifft alle Lebensbereiche. Viele Menschen haben Angst ihren Job zu verlieren, Arbeitgeber sind kurz vorm Existenzverlust, massig Betriebe und Großkonzerne stehen kurz vor der Insolvenz. Unser System wie wir es kennen, droht zu kollabieren. Das sind Ausmaße die hätten wir uns vor einem Jahr kaum vorstellen können. Diese ganzen Einschränkungen die wir aktuell erleben sind sehr große Eingriffe in die Grundrechte eines jeden Einzelnen, welche auch sehr viele Existenzen bedrohen. Man muss genau überprüfen welche Maßnahmen angebracht sind und welche nicht. Daher finde ich, Maßnahmen müssen auch zurückgenommen werden wenn sie nicht helfen oder nachweislich nicht zum Ziel führen und zwar umgehend. Es ist wichtig solidarisch zu sein, sich gegenseitig zu verzeihen aber auch zu akzeptieren und dazuzulernen.
Für mich zählt nicht nur die wirtschaftliche Seite. Wir Menschen identifizieren uns durch/über/mit Kontakte zu unseren Mitmenschen. Wir brauchen das, wollen gerne „gut und frei leben“. Wir müssen aufpassen, dass uns dieses Gefühl nicht verloren geht. Die wirklichen kulturellen und sozialen Schäden dieser Krise werden wir sicherlich erst in ein paar Monaten, wenn nicht sogar Jahren sehen.
Was unsere Kinder und Jugendlichen aktuell durchmachen müssen ist eine absolute Katastrophe. Ich habe selbst Kinder und sehe sie teilweise psychisch leiden. Ich weiß dass an dieser Stelle viele Einwände kommen werden: „uns geht es ja gut“ / „die haben ja noch nicht gesehen was wirklich schlecht ist, denen geht es viel zu gut“ usw.. Die Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf Bildung und Freiheit! Das steht in unserem Grundgesetz und muss unbedingt gewahrt werden. Sie sind unsere Zukunft. Das Thema wäre jetzt zu weitreichend, deshalb komme ich auf den Punkt mit der Situation im Fußball aus meiner Sicht.
Natürlich zähle ich den Fußball zu den kulturellen und sozialen Dingen im Leben. Gerade in unserem Land ist es der Sport Nummer Eins. Wir haben durch den Fußball eine sehr wichtige Aufgabe unserer Gesellschaft gegenüber. Wir holen Kinder von der Straße, wir integrieren, wir vermitteln sämtliche Werte für ein anständiges Miteinander, wir erziehen, und vor allem treiben wir Sport an der frischen Luft und stärken somit unser Immunsystem. Ich finde einige Maßnahmen der Politik aber auch auf Seiten des SFV als falsch! Es müssen Abstriche gemacht werden. Alle können nicht zufrieden gestellt werden, aber was geht soll erlaubt werden.
Die Entscheidung die Hallenrunde im Jugendbereich und die Mastersturniere im aktiven Bereich abzusagen war die richtige. Allerdings die Punktrunde im aktiven Bereich jetzt ohne Optionen zu unterbrechen oder gar abzubrechen halte ich als grundsätzlich falsch. Den Jugendspiel- und Trainingsbetrieb hätte ich in Form einer Freundschaftsrunde weiterlaufen lassen. Hier werden wir es irgendwann nicht mehr stemmen können mit all den Spielverlegungen und Nachholterminen unter der Woche um eine gerechte Wettkampfsituation herzustellen. Bis zur Verbandsliga hätte ich die Jugend außer Wertung genommen, aber man kann (wenn alles in Ordnung ist) weitertrainieren und Freundschaftsspiele abmachen. Somit wäre ein großer Teil des ohnehin schon überdimensionalen organisatorischen Aufwands ad acta. Keiner steigt ab, keiner steigt auf, nächste Saison geht es bei Null los. Dann hätten Kinder und Jugendliche wenigstens ihren Sport und könnten draußen trainieren. Die Vereine generieren ein wenig Geld durch den Verkauf von Getränken und Speisen, können sich so vielleicht über Wasser halten.
Im aktiven Bereich sehe ich es anders. Hier hätte man die Hinrunde so gut es geht - auch wenn nötig ohne Zuschauer - durchziehen sollen. Dann könnte man die Runde nächstes Jahr wahrscheinlich in Ruhe zu Ende spielen. Diese vier Wochen mit wenigen bis keine Zuschauer würde jeder gesunde Verein überstehen. Natürlich alles unter gewissen und strengen Regeln. Dafür gibt es Hygienekonzepte welche die Vereine mit viel Mühe und Kosten erarbeitet haben.
Mit den ausgearbeiteten Hygienekonzepten der Vereine wäre das möglich gewesen! Natürlich gibt es Vereine bei denen hakt es ab und an, aber man muss auch hier an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren und sie überzeugen. Ich möchte keinem Verein etwas unterstellen und greife mir lieber selbst an die Nase. Es gibt allerdings auch Vereine die große Probleme mit der Umsetzung haben, weil sie die infrastrukturellen Möglichkeiten nicht haben oder es fehlt ihnen auch ganz einfach die Manpower oder Expertise. Man muss die Vereine/Leute mitnehmen, sie überzeugen und unterstützen. Mut statt Angst zu machen. Nach vorne schauen. Konstruktive, perspektivische Lösungswege und praktische unbürokratische Ansätze aufzeigen. Mir fehlt auch hier die Debatte mit den Vereinen an der Basis. Nicht mit den Großen, der Profisport läuft weiter. Das ist auch gut so, egal wie die Entscheidung jetzt bei uns Amateuren ausfällt, denn auch das sind Arbeitsplätze und es hängen sehr viele Existenzen daran.
Fazit: Wir müssen vorsichtig sein, da wir ein relativ gefährliches Virus haben. Allerdings ist dieses Virus nicht so schlimm, dass man an der frischen Luft kein Fußball mehr spielen kann. Man muss sich an die Regeln halten. Vor allem in den Sportheimen und in Umkleiden/Duschen. Am besten draußen bleiben. Mit guten Konzepten ist es in meinen Augen möglich, den Spielbetrieb im aktiven Bereich aufrecht zu halten. Wir haben mit dem Fußball eine große soziale Verantwortung, die gilt es nicht zu unterschätzen. Jeder muss eigenverantwortlich handeln und weiß welche Konsequenzen es nach sich zieht wenn man leichtfertig wird. Es ist definitiv nicht an der Zeit Partys zu veranstalten und schon gar nicht drinnen. Aber wir brauchen Perspektiven und Lösungsansätze. Mein größter Wunsch wäre, dass alle Vereine überleben dass wir uns auf den Plätzen unserer Region hoffentlich bald wieder sehen. Ich glaube weitere Ausführungen sprengen hier den Rahmen. "



Wenn wir auch Eure Meinung veröffentlichen sollen, meldet Euch bitte per Mail (admin@scbonline.de) bei uns. Natürlich darf in der Kommentarfunktion über diese Thematik diskutiert werden, wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass nur sachliche Kommentare zu Diskussion sinnvoll beitragen!





 
Statistiken & Userkommentare:


Autor:
Marc Schaber, 29. Oktober 2020

Aufrufe:
1798
Kommentare:
2

Kommentare:
Zu diesem Artikel sind folgende Kommentare verfügbar


 
ErnstFall (PID=55530)schrieb am 29.10.2020 um 08:36 Uhr
WOW, Herr Gessner! Toller Beitrag, gesunder Menschenverstand und vor allem differenzierter als dieser einseitige Bildzeitungs- (Sensations-)Journalismus*, dem man seit Monaten in diesem Land (fast nur noch) begegnet. Wie sagen sie so treffend?: "Mut statt Angst..." - mehr Worte braucht es nicht. *alle Zahlen, die uns da täglich um die Ohren gehauen werden bewegen sich im 0,0X%-Bereich
 
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Leser (PID=1665)schrieb am 29.10.2020 um 14:52 Uhr
Patrick Gessner, klasse Bericht. Alles sehen ist perspektivisch, aber dein Bericht bzw. Sichtweise ist einfach nur TOP.
 
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