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Verband legt Vorschlag für Ligenreform vor    [Ändern]

Amateur-Fußball soll umstrukturiert werden – Saarlandliga als höchste Spielklasse – Verbandstag entscheidet - Der Saarländische Fußballverband (SFV) plant zur Spielzeit 2009/2010 eine Ligenreform. Ein Vorschlag, wie diese aussehen könnte, wird bis zum Verbandstag am 31. Mai in Püttlingen den Vereinen vorgestellt.

Saarbrücken. „Wir müssen es jedem Fußballer ermöglichen, dass er jeden Sonntag ein Spiel hat“, nennt der Vorsitzende des Verbandsspielausschusses des Saarländischen Fußballverbandes (SFV), Adalbert Strauß, den Grund, warum der SFV ab der übernächsten Saison eine Spielklassenreform durchführen möchte. Probleme bereiten vor allem die Reserve-Runden der nicht aufstiegsberechtigten Mannschaften (von der Kreisliga B bis zur Bezirksliga) und die Kreisligen B Nordost und Südwest (zweite Mannschaften der Landesligisten). Hier sind Spielklassen mit nur zehn oder zwölf Teams keine Seltenheit. So spielen in der Kreisliga A Höcherberg nur noch zwölf Reserveteams, in der Kreisliga B Lebach sind es zehn, und in der Kreisliga B Nordost gar nur neun Mannschaften. Das führt zu Frust bei den Spielern, die keinen geregelten Spielbetrieb haben. „In der Kreisliga B Südwest kam es sogar vor, dass Überherrn II sieben Wochen lang kein Spiel hatte“, berichtet Strauß.





Nötig wird die Reform auch aufgrund der Situation in den B-Klassen, wo immer wieder Teams in andere Spielklassen wechseln müssen, damit Ligen mit 16 Mannschaften zu realisieren sind. Jüngstes Beispiel waren die SG Bostalsee III und die SF Eiweiler, die vor der Saison von der Kreisliga B St. Wendel in die Kreisliga B Losheim wechseln mussten. „Vielleicht sollten wir den Antrag stellen, dass der Verband unseren Spielern Navigationssysteme zur Verfügung stellt“, sagte damals der SG-Vorsitzende Stefan Kunz mit Blick auf die weiten Anfahrtswege, die diese Änderung seinem Team bescherte. So etwas soll es nach der geplanten Ligareform nicht mehr geben. Der SFV setzte eine Arbeitsgruppe „Team Spielklassenstruktur“ ein.





Ihr gehören Adalbert Strauß als Vorsitzender des Verbandsspielausschusses, sein Stellvertreter Berthold Müller, die vier Kreisvorsitzenden Adrian Zöhler (Nordsaar), Ernst Lehnen (Westsaar), Günther Brabänder (Ostsaar), Harald Dickmann (Südsaar) sowie Vereinsvertreter aus allen Spielklassen und Kreisen an.
Neue höchste Spielklasse wäre demnach eine Saarlandliga mit 18 Teams (siehe Grafik). Siewürde sich aus den jetzigen Verbandsligisten zusammensetzen. Sollte der Regionalverband Südwest beschließen, die Oberligen aufzulösen (in der Saison 2009/2010 erstmals möglich), würde die Saarlandliga aus den saarländischen Oberligisten und den bestplatzierten Verbandsligateams bestehen. Unter der Saarlandliga wäre eineeingleisige Verbandsliga mit 18 Teams angesiedelt. Darunter gäbe es wie bisher zwei Landesligen (Nord-Ost und Süd-West) und darunter sechs Bezirksligen (bisher vier). Zwei A-Klassenwären unter jeder Bezirksliga. In diesen Ligen würden die derzeit aufstiegsberechtigt spielenden Teams angesiedelt. Unterhalb der Kreisligen A soll es B-Klassen geben, in denen die Landesliga-Reserven sowie die zweiten Mannschaften der jetzigen Bezirks- bis B-Ligisten spielen. Den Reserveteams soll freigestellt werden,ob sie im Falle eines Aufstiegs diese Chance wahrnehmen wollen oder nicht. Qualifikationsjahr für die Spielklassenreform wäre die Saison 2008/2009.

Erste Reaktionen – von Zustimmung bis heftiger Kritik:

Wolfgang Alt (Trainer FC Freisen, Landesliga Nordost): „Für unsere erste Mannschaft wäre es aus sportlicher Sicht reizvoll, in der kommenden Saison die Qualifikation zur Verbandsliga zu erreichen. Auch dass unsere zweite Mannschaft bei einer Ligareformwieder in einer Liga mit 16 Mannschaften spielen würde, statt wie derzeit mitneun Teams in der Kreisliga B Nordost, würde ich gut finden. Für problematisch halte ich es dagegen, wenn erste und zweiteMannschaft nicht mehr am selben Tag gegen denselben Gegner spielen. Da geht der Zusammenhalt im Verein verloren.“

Volker Ecker (Spielertrainer DJK St. Ingbert, Bezirksliga Ost): „Positiv ist, dass die zweiten Mannschaften aufstiegsberechtigt spielen können. Ansonsten sehe ich nicht viel Sinn in den Änderungen. Ob die zweiten Mannschaften allerdings durch die Neugliederung tatsächlich mehr Spiele haben, bleibt abzuwarten, da sich die Personalsituation bei den Vereinen durch die Änderungen nicht verbessert.“

Stephan Alt (Vorsitzender TSV Sotzweiler-Bergweiler, Kreisliga B Lebach, und Mitglied im Team Spielklassenstruktur): „Der Vorschlag zur Ligenreform ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ganz entscheidend ist, dass die Zweitmannschaftsspieler in den Bund A-Klassen regelmäßig ein Spiel haben, denn sonst gehen sie dem Fußball verloren.“

Markus Wilhelm (Spieler 2. Mannschaft SV Scheuern, Kreisliga A Ill-Theel): „Für uns ist die Lösung mit einer aufstiegsberechtigten zweiten Mannschaft nicht so gut, da wir eh schon wenige Spieler haben und die Reservespieler der ersten Mannschaft immer noch eine Halbzeit bei uns spielen. Wenn wir mit der Zweiten woanders spielen als die Erste, ist dies ja nicht mehr möglich. Andererseits wäre es natürlich interessant, gegen andere zweite Mannschaften aus der unmittelbaren Umgebung zu spielen.“

Jürgen Kuhn (1. Vorsitzender SSV Pachten, Kreisliga A Saar): „Durch die Neueinteilung könnte uns die Rückkehr in die Bezirksliga gelingen. Wir sind jetzt schon dran an Verstärkungen für die kommende Saison, die ja dann die Qualifikationsrunde wäre. Kritisch sehe ich dagegen den Vorschlag mit aufstiegsberechtigten zweiten Mannschaften, die keine Vorspiele vor der Ersten mehr machen. Dadurch haben wir mehr Aufwand, was Clubheim, Platzwart und solche Sachen betrifft. Es geht ein Stück Verbundenheit verloren.“


„Die Pyramiden-Struktur stimmte nicht mehr“

SZ-Interview mit dem Spielausschuss-Vorsitzenden Adalbert Strauß zur Reform - Saarbrücken. Über die vom Fußballverband (SFV) geplante Ligenreform hat sich SZ-Mitarbeiter Philipp Semmler mit dem Vorsitzenden des Verbandsspielausschusses des SFV, Adalbert Strauß, unterhalten.

Herr Strauß, warum bemüht sich der Verband um eine Ligenreform?

Adalbert Strauß: In den Kreisligen B mussten wir jedes Jahr die Spielklassen neu ordnen, was zu teilweise weiten Anfahrtswegen für die Vereine führte. Es kann nicht sein, dass ein B-Ligist zu seinen Spielen weiter fahren muss als ein Landesligist. Die Pyramiden-Struktur der Ligen stimmte nicht mehr. Deshalb haben wir das Team Spielklassenstruktur eingesetzt, das einen Vorschlag erarbeitet hat, den wir nun mitden Vereinen diskutieren.





Der jetzt vorgelegte Vorschlag ist also nicht endgültig?

Strauß: Nein, keinesfalls. Auf den jetzt stattfindenden Arbeitstagungen diskutieren wir mit den Vereinen über den Vorschlag. Wichtig ist uns, viele Meinungen zu hören, und alle, die von der Ligenreform betroffen sind, mit ins Boot zu nehmen. Ziel ist es, gemeinsam einen Vorschlag zu erarbeiten, der beim Verbandstag am 31. Mai in Püttlingen eine breite Mehrheit findet. Den Beschluss soll jeder mittragen können, wenn wir auch wissen, dass wir es nicht schaffenkönnen, dass jeder ganz einverstanden ist. Kompromisse müssen gefunden werden.

Soll es daneben noch weitere Änderungen geben?

Strauß: Ja. Wir wollen den Einsatz von Spielern unter 23 Jahren nach einer Sperrfrist von 48 Stunden in zweiten Mannschaften ermöglichen. Damit wollen wir die Regelung, wie sie derzeit in der Regionalliga und der Oberliga gilt, auch für die unteren Spielklassen übernehmen. Des Weiteren diskutieren wir darüber, ob es in den B-Klassen nach der Ligareform möglich sein soll, bis zu fünf Spieler auszuwechseln und einen dieser ausgewechselten Akteure wieder einzuwechseln.


SZ-Meininug: Höchste Zeit für Änderungen

Viele Kreisligen sind in den vergangenen Jahren immer mehr ausgedünnt,was die Anzahl der Vereine angeht. Dazu kamen die Problemfälle Kreisliga B Südwest und B Nordost, in denen Hobbyfußballer teilweise sieben Wochen lang kein reguläres Pflichtspiel hatten. So wird auch dem enthusiastischstem Fußballer sein Hobby vergällt. Damit muss Schluss sein.
So ist es nur konsequent und absolut unumgänglich, dass der Verband jetzt handelt. Dass es bei einem solchen Mammutprojekt Für und Wider gibt, ist normal. Dabei scheint das neue Modell mit zwölf Kreisligen A den Kickern regelmäßige Spielpraxis und kürzere Fahrten zu bringen. Die Zukunft der zweitenMannschaften sollte hingegen überdacht werden. Wenn die Zweite nicht mehr vor der Ersten spielt, bleiben Zuschauer und damit auch Umsatz im Vereinsheim weg. Vielen Clubs würde diese Trennung von Spielen der ersten und zweiten Mannschaften richtig weh tun. Für Diskussionsstoff ist auf jeden Fall gesorgt. Dabei ist das Vorgehen des Verbandes zu begrüßen, dass die Pläne jetzt schon veröffentlicht sind und auf breiter Basis von allen Betroffenen unter die Lupe genommen werden können.

Marc Schaber, 26. Janaur 2008

Quelle: 

Saarbrücker Zeitung, 26. Januar 2008, Sport, Seite D3

 
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