Sport Community Bliestal
SCB-Online - www.scbonline.de

   
 
 
 
:: Aktuelles
:: Startseite







:: Quick-Message
:: Quick-Search
 
:: Archiv
:: Artikel/News
:: Presseartikel
:: Short-News
:: SCB-Online.tv
:: Zufallsartikel 
 
:: Bliestal-Ligen
:: Kreisligen B
:: Kreisligen A
:: Bezirksligen
:: Landesligen
:: Verbandsligen
:: Saarlandliga
:: SFV
 
:: Specials/Serien
:: Lage der Liga
:: Wir sind 100.000
:: Aprilscherze
:: 250.000
 
:: Sonstiges
:: Internetteam
:: Suchen
:: Impressum
:: Datenschutz
 
:: Adminbereich
:: Login
:: Andminbereich
:: Logout
 



 
Mit 16 schon Herr auf dem Fußballplatz    [Ändern]

Robin Speer aus Lautzkirchen pfeift seit September als ungschiedsrichter in der Gruppe Bliestal – Einsatz bei Jugendspielen - Am 9. Juni 2006 wird die Fußball- Weltmeisterschaft in Deutschland angepfiffen. Die SZ begleitet mit der Serie „WM-Countdown“ das Ereignis. Jeden Monat ein Aspekt rund um den Ball. Heute Teil 5: Schiedsrichter – Eine Aufgabe mit Pfiff.

Blieskastel. Er ist gerade 16 Jahre alt, aber an jedem Wochenende "tanzen“ andere nach seiner Pfeife: Robin Speer aus Lautzkirchen ist einer der jüngsten Fußball-Schiedsrichter in unserer Region. Spiele der D-, E- und F-Jugend hat er seit Beginn seiner Referee-Karriere in diesem September bisher geleitet. Die Woche über besucht Robin Speer die zehnte Klasse der MannlichRealschule in Zweibrücken, nach dem Schulabschluss will er eine Ausbildung als Anlagenmechaniker machen. In seine Freizeit aber steht der Fußball im Mittelpunkt des schlaksigen jungen Mannes. In der F-Jugend des FC Niederwürzbach trat er zum ersten Mal gegen das runde Leder, seit dem Umzug der Eltern nach Lautzkirchen ist der SC Blieskastel-Lautzkirchen seine sportliche Heimat. Dort ist er derzeit in der B-Jugend im offensiven Mittelfeld im Einsatz. So weit also eine ganz normale "Fußballer-Karriere“. Wie aber kommt man auf die Idee, Schiedsrichter zu werden?





"Der Vereinsvorstand hat mich angesprochen, weil wir nur noch zwei Schiedsrichter für den Saarländischen Fußballverband stellen. Das ist das Minimum. Ich wollte dem Verein helfen, außerdem hat mich die Aufgabe gereizt“, erzählt Robin Speer. "Jeder Verein sollte zwei bis drei Schiedsrichter an den SFV melden, damit ein geordneter Spielbetrieb stattfinden kann“, sagt dann auch Hans-Joachim Ruffing, der Obmann der Schiedsrichtergruppe Blies, der auch Robin Speer angehört. "Die Bereitstellung von Schiedsrichtern wird vom Verband finanziell honoriert. Der Bereich der Schiedsrichtergruppe Blies umfasst 19 Vereine, sechs davon haben keine Schiedsrich ter gemeldet“, so Ruffing.
Robin Speer hat sich dann zum Schiedsrichterlehrgang – Mindestalterist 14 Jahre – angemeldet. Die Lehrgänge werden vom SchiedsrichterLehrwart des Ostsaar-Kreises, Roman Kirsch (Elversberg), koordiniert, organisiert und auch von ihm oder anderen Lehrwarten abgehalten. Über drei Monate erstrecken sich die abendlichen und samstäglichen Schulungen, in denen alles, was ein Schiedsrichter wissen muss, gelehrt wird. Von den Vorschriften über die Spielfeldbegrenzungen bis zu Auswechselregeln reicht die Palette. Im Kursus von Robin Speer waren 15 Teilnehmer im Alter zwischen 15 bis 50 Jahre, die sich am Schluss der theoretischen Prüfung stellten. 30 Fragen waren dort zu beantworten, bei drei bis vier Fehlern war eine Nachprüfung möglich, darüber war der Anwärter durchgefallen.
Auch ein Fitnesstest war zu absolvieren. Wenn der auch bestanden war, gab’s vom Obmann den begehrten Schiedsrichterausweis verbunden mit der Aufnahme in die vom Wohnort abhängige Schiedsrichtergruppe. Dort wiederum werden zur Weiterbildung regelmäßig Lehrabende angeboten, von denen mindestens sieben im Jahr besucht werden müssen. Der KreisObmann erstellt auch die "Einsatzpläne“. Gerade im Bereich des Jugendfußballs kann es durchaus vorkommen, dass ein Schiedsrichter an einem Tag mehrere Spiele zu pfeifen hat. Und bei acht Euro Vergütung pro Spiel plus Fahrgeld ist das Schiedsrichterwesen für einen jungen Mann auch finanziell reizvoll, dauert ein F-Jugend-Spiel doch nur zwei Mal 20 Minuten.
Allerdings ist das Schiedsrichterwesen "nicht jedermanns Sache. Man muss dafür geboren sein“, meint Hans-Joachim Ruffing. "Man ist vor allem im Jugendbereich viel Kritik, vor allem von Seiten der Eltern ausgesetzt, die oft die Regeln nicht kennen. Der Schiri ist oft der böse Mann“, weiß Ruffing. Das bestätigt auch Robin Speer: "Man muss sich Respekt verschaffen, vor den Spielern, aber auch vor den Eltern oder Trainern und Betreuern.“ Negativ in Erinnerung ist ihm da eine verbale Auseinandersetzung mit einem Vater in Altheim. "Der hat mich so beschimpft, dass ich kurz davor war, ihn vom Platz zu verweisen“, erzählt Speer. Und eingesperrt worden ist er auch schon Mal. "Es war in Blickweiler. Als ich aus der Dusche in die Umkleidekabine kam, war die abgeschlossen –aus Versehen aber“, erzählt er lachend. Ist die Schiedsrichterei nun das Ziel seiner sportlichen Träume? "Nein, ich will auch weiter Fußball spielen“, ist die klare Antwort.

Foto: Marc Schaber

Marc Schaber, 4. November 2005

Quelle: 

Saarbrücker Zeitung, 31. Oktober / 1.November 2005, St. Ingberter Lokalteil, Seite B4

 
 designed by matz1n9er © 10/03